Schaut bei uns rein - 24 Stunden rund um die Uhr 

Seit Jahrzehnten entscheiden sich viele Familien dafür, dass das Kind im Mathilden  Hospital zur Welt kommen soll. Und weil es derzeit etwas schwierig ist, das Herz unserer Babyfreundlichen Geburtsklinik "live" zu zeigen, haben wir hier mal etwas vorbereitet: 

Virtueller Kreißsaal

Babyfreundliche Geburtsklinik

Die Geburt im Mathilden Hospital

Seit Jahrzehnten entscheiden sich viele Frauen dafür, ihr Kind im Mathilden Hospital zur Welt zu bringen. Bereits vor der Geburt bietet unser Team von Ärztinnen und Ärzten, Hebammen und Gesundheits- und KrankenpflegerInnen Ihnen eine optimale Betreuung und Vorbereitung an – in enger Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Frauenärztinnen und -ärzten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF starteten 1991 das internationale Programm "Babyfreundlich", um durch verbesserte Rahmenbedingungen in Geburtskliniken die Eltern-Kind-Bindung und das Stillen zu fördern. Weltweit gibt es inzwischen rund 20 000 babyfreundliche Krankenhäuser in 150 Ländern. Auch das Mathilden Hospital erfüllt die Vorgaben und wurde damit 2013 als "babyfreundliche Geburtsklinik" zertifiziert. Die hellen und modernen Kreißsäle bieten genügend Raum um den Wunsch nach einer persönlichen und individuellen Geburt zu erfüllen. Neben Seilen, Entbindungshocker, Bällen und einer Bluetoothanlage verfügt jeder Kreißsaal über viel Bewegungsfreiheit Eine große Geburtswanne lädt zudem zu einem entspannenden Bad vor und während der Geburt ein.

Weitere Informationen, auch zur Geburtsanmeldung, erhaltet ihr telefonisch unter 05221 593-71530.

Vor der Geburt

Unser Team bereiten Sie optimal auf die Entbindung und die ersten Monate mit dem Baby vor. Sollte es während der Schwangerschaft Probleme geben, werden Sie von unseren Ärzten, Krankenschwestern und Hebammen einfühlsam und individuell unterstützt.

Anmeldung zur Geburt

Ab der 30. Schwangerschaftswoche können Sie sich bei uns zur Geburt anmelden. Der Termin zur Anmeldung und zum Informationsgespräch sollte in der Regel zwischen der 32.+0 und 34.+0 Schwangerschaftswoche stattfinden.

In einem gemeinsamen Gespräch mit einer Hebamme werden Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett mit Ihnen gemeinsam besprochen, so dass wir vorab über Ihre Schwangerschaft und Ihre Wünsche informiert sind. So können wir dazu beitragen, die Geburt Ihres Kindes zu einem positivem Erlebnis zu machen.

Bitte bringen Sie Ihren Mutterpass und die Krankenversichertenkarte mit.

Bei Besonderheiten in der Krankengeschichte bzw. im Schwangerschaftsverlauf erhalten Sie einen gesonderten Termin zum Geburtsplanungsgespräch bei unseren Ärzten, in der Regel zwischen der 34.+0 und 36.+0 Schwangerschaftswoche. Hierfür benötigen Sie eine Überweisung von ihrem betreuenden Frauenarzt.

Den Termin können Sie im Sekretariat unter 05221 593-1501 vereinbaren. 

Ambulante Geburt, Beleggeburt, Kaiserschnitt?

Im Mathilden Hospital haben Sie die Möglichkeit, sich von einer Beleghebamme, die Sie während der Schwangerschaft und im Wochenbett betreut, auch während der Geburt in unserem Kreißsaal begleiten zu lassen. So können Sie alle Vorteile unseres Hauses mit Ihrer eigenen Hebamme genießen. Zudem können Sie auch ambulant entbinden. Unsere Hebammen betreuen Sie kompetent rund um die Geburt. Etwa vier Stunden nach der Geburt können Sie unser Haus wieder verlassen, wenn es Ihnen und Ihrem Kind gut geht.

Und sollte ein Kaiserschnitt notwendig sein, ermöglicht unser eigener Operationsraum schnelles Handeln. Neben einer modernen OP-Ausstattung, steht eine jederzeit einsatzbereite Reanimations- und Versorgungseinheit für Ihr neugeborenes Kind zur Verfügung. Nicht nur die Notfälle, sondern auch die geplanten Kaiserschnitte werden in diesem Operationsraum durchgeführt. Und auch hier können die werdenden Väter dabei sein, wenn sie möchten. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, die Geburt mitzuerleben und zu begleiten, das Kind mitzuversorgen und Teil des Geburtsereignisses zu sein.

Nach der Geburt - warum ist Stillen so wichtig?

Glückwunsch – Das Baby ist auf der Welt!

Unsere Station

Hinsichtlich der Geburt eines Kindes kreisen manches Mal viele Gedanken im Kopf umher. Wie ist der Ablauf auf den Stationen? Welche Erstuntersuchungen gibt es bereits in der Klinik oder an welche Formalitäten muss ich denken? Wir geben euch hier einen kurzen Überblick – damit ihr euer Kind ganz beruhigt auf der Welt willkommen heißen könnt.

Gemeinsam geht’s besser 

Ihr seid glücklich über euer Neugeborenes, habt aber natürlich auch viele Fragen. Hier geben wir euch neben einigen allgemeinen Informationen zu unserer Station viele Hinweise zum Thema Stillen. Mit der eigenen Muttermilch habt ihr die optimale Ernährung für euer Baby gewählt und wir möchten euch in eurer Entscheidung, das Baby zu stillen, bestärken. Auch wenn Stillen das natürlichste der Welt ist, so habt ihr vermutlich doch einige Fragen. Diese möchten wir euch hier weitestgehend beantworten, sodass ihr und eure Kinder beim Stillen ganz entspannt sein können und sich wohlfühlen. Wenn etwas unklar ist oder ihr noch weitere Fragen habt: Bitte zögert nicht, uns anzusprechen. Wir sind jederzeit für euch da.

Besuchszeiten

Euer Baby ist da und eure Verwandten, Freundinnen und Freunde können es natürlich kaum erwarten, die Eltern und ihr Neugeborenes zu sehen. Besuch können Sie zwischen 10:00 und 12:00 Uhr sowie zwischen 15:00 und 18:00 Uhr empfangen. Bedenkt bitte: Zu viel Besuch ist anstrengend und kann euer Baby stören. Gönnt euch und eurem Kind so viel Ruhe wie möglich. Denkt auch an die Zimmernachbarin und nutzt gegebenenfalls unsere separaten Besucherbereiche.

Baden, Wiegen, Waschen

Euer Kind wird täglich von uns gewogen. Dabei zeigen wir euch gern, was ihr rund um die Versorgung und Pflege eures Kindes wissen müssen. Direkt nach der Geburt baden wir euer Baby nur auf ausdrücklichen Wunsch, damit die Käseschmiere die Haut noch schützen kann. Zudem darf euer Baby ungestört auf der Welt ankommen.

Vorsorgeuntersuchungen U1 und U2

Vorsorge: U1
Nach einer ersten intensiven Kontaktaufnahme zwischen Mutter und ihrem Neugeborenen findet noch im Kreißsaal die erste Vorsorgeuntersuchung statt.

Vorsorge: U2
Die Vorsorgeuntersuchung U2 findet zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag statt (euer Kind muss mindestens 48 Stunden alt sein). Bei der U2 überprüft der Kinderarzt unter anderem die Reflexe und die Entwicklung eures Kindes.

Der Arzt kommt montags, mittwochs und freitags. Die genaue Uhrzeit teilen wir Ihnen am Vortag mit.
 

Stoffwechselscreening

Das Stoffwechselscreening, für das eure Einwilligung erforderlich ist, wird frühstens nach 36 Stunden durchgeführt: Eurem Baby werden aus der Ferse wenige Tropfen Blut entnommen, die wir in einem Labor untersuchen lassen. Mit diesem Test können Stoffwechselstörungen diagnostiziert werden, wie zum Beispiel eine Erkrankung der Schilddrüse. Falls es bei eurem Baby einen auffälligen Befund gibt, benachrichtigen wir euch natürlich. Um die Blutentnahme für das Kind so angenehm wie möglich durchzuführen, entnehmen wir das Fersenblut im Hautkontakt bzw. während des Stillens.

Selbstverständlich wird das Screening auf Mucoviszidose als Serviceleistung von unserem Haus übernommen.
 

Hörscreening

Mithilfe des Hörscreenings wird routinemäßig das Hörvermögen des Neugeborenen getestet, um sicherzustellen, dass das Hörvermögen normal entwickelt ist. Hörprobleme treten bei ein bis zwei Kindern von 1.000 Neugeborenen auf. Das Hörscreening mit dem BERAphon® von MAICO ist ein Schnelltestverfahren. Stellen wir fest, dass euer Baby eine Hörminderung hat, können wir euch frühzeitig die entsprechende Hilfe anbieten. Die Untersuchung lässt sich am besten durchführen, wenn das Kind schläft. Die Hirnaktivität muss möglichst gering sein, um das akustische Geräusch als Signal im EEG erkennbar und die entsprechende Ableitung bis zum Hirnstamm deutlich bestimmbar zu machen. Gemessen wird auf 35 Dezibel. Die Messung dauert nur wenige Minuten. Eurem Kind wird dafür an drei Stellen am Kopf auf beiden Seiten ein Elektrodengel aufgetragen. Das Ergebnis der Untersuchung tragen wir im Untersuchungsheft ein. Auch diese Untersuchung erfolgt natürlich nur mit eurer Einwilligung. Der Hörtest ist schmerzfrei und wird durchgeführt, während Ihr Baby schläft.
 

Anmelden beim Standesamt

Jede Geburt muss von der Reception beim Standesamt gemeldet werden. Welche Unterlagen wir von euch dafür benötigen, erfahrt ihr an der Reception. Melden euch bitte frühzeitig, dann könnt ihr die Geburtsurkunde in der Regel noch während des Aufenthaltes an der Reception abholen.

Bitte lassen Sie Ihr Kind nie unbeaufsichtigt im Zimmer!

Alles rund ums Stillen

»Rooming-in« – was ist das?

»Rooming-in« bedeutet, dass Mutter und Kind bereits während des Klinikaufenthaltes rund um die Uhr zusammen sind. Es fördert die Bindung von Mutter und Kind und hilft Ihnen, die Signale Ihres Kindes frühzeitig zu erkennen. Ihr Baby weint weniger und ist ruhiger, weil es immer Ihre Nähe spürt. Durch das Rooming-in gewöhnen Sie sich schnell an Ihre neuen Aufgaben und werden im Umgang mit Ihrem Baby sicher. So erleichtern wir Ihnen den Übergang von der Klinik in Ihren Alltag zu Hause. Wir ermöglichen Ihnen das sogenannte »24-Stunden-Rooming-In«. Hierbei ist Ihr Kind rund um die Uhr mit Ihnen gemeinsam untergebracht. Die kleine Familie kann sich somit gut kennenlernen und uneingeschränktes Stillen und Kuscheln ist möglich. Wir sind aber immer für Sie da, möchten Sie vertrauensvoll unterstützen und Ihnen wertvolle Tipps mitgeben. Alles, was Sie zur Versorgung Ihres Kindes benötigen, befindet sich auf Ihrem Zimmer. Sämtliche Untersuchungen des neuen Familienmitgliedes werden nur in Ihrem Beisein vor Ort durchgeführt.

Wichtige Hinweise zum 24-Stunden-Roomin-In:

  1. Lassen Sie Ihr Kind niemals unbeaufsichtigt!
  2. Bitte lassen Sie Ihr Kind nicht allein auf der Wickeleinheit liegen.
    Beim Erlernen der Versorgung unterstützen wir Sie gerne.
  3. Wir nutzen Balkonbettchen, die Sie an einer Seite öffnen können.
  4. Bitte schließen Sie das Bett, wenn Sie es vom Elternbett wegschieben.

Weniger Stillprobleme
Unsere Erfahrung zeigt, dass Stillprobleme beim Rooming-in viel seltener sind. Die Atmosphäre zwischen Ihnen und Ihrem Kind ist entspannt, da Sie es immer bei sich haben und sehen, dass es ihm gut geht und es sich wunderbar entwickelt. Von Anfang an legen Sie Ihr Baby häufiger an, da Sie seine Signale viel besser deuten können; dies führt zu einer besseren Milchbildung.

 

»Bonding« – was ist das?

»Bonding« ist die intensive Kontaktaufnahme zwischen Mutter, Vater und Kind auf nackter Haut. Die Haut ist das größte Sinnesorgan des Menschen. Deshalb ist es wichtig, dass das Neugeborene nach der Geburt sofort großflächigen Hautkontakt mit Ihnen bekommt. Das ist der unvergessliche Beginn Ihrer Beziehung. Dieser Kontakt prägt das menschliche Urvertrauen Ihres Kindes, lässt Zuneigung und Liebe wachsen und fördert so die Bindung. Ein direkter Hautkontakt zwischen Ihnen und Ihrem Baby ist ein guter Übergang vom Körperkontakt in der Gebärmutter zur Außenwelt. Es hält das Neugeborene warm und verhindert einen Temperaturabfall. Durch Hautkontakt und Hören des mütterlichen Pulses wird Ihr Baby positiv stimuliert, es verbraucht weniger Energie, seine Atmung beruhigt und stabilisiert sich, die Darmtätigkeit wird angeregt. Durch das erste Anlegen nach der Geburt wird der kindliche Körper mit der mütterlichen Bakterienflora bekannt. Zudem beinflussen Hautkontakt und Stillen den Hormonhaushalt positiv.

 

Hilfestellung rund ums Stillen

Mehr als die Aufnahme von Nahrung

Stillen bedeutet Wärme und Trost, Nähe, Geborgenheit und Liebe. Es ermöglicht Ihrem Baby, auf einfache und natürliche Weise Vertrauen zu entwickeln, und setzt die in der Schwangerschaft entstandene Beziehung zwischen Ihnen beiden fort. Für eine gute Stillbeziehung sind die ersten Tage entscheidend. Nach den ersten unbeholfenen Schritten werden Sie und Ihr Baby schnell ein eingespieltes Team sein. Wir möchten Ihnen dafür optimale Bedingungen bieten. In unserer Klinik erwartet Sie eine ruhige und familiäre Atmosphäre. Nachsorgehebammen und Stillberaterinnen betreuen Sie individuell und geben Ihnen Tipps.

Der beste Start ins Leben – Stillen beginnt im Kreißsaal

Direkt nach der Geburt ermöglichen wir Ihnen, dass Sie Ihr Kind in direktem Hautkontakt, zum Beispiel auf der Brust, halten und anschauen können. Das Neugeborene ist meist hellwach und wird bald nach Ihrer Brust suchen. Häufig schafft es Ihr Baby aus eigener Kraft, sich zur Brust zu bewegen, sie zu erfassen und zu saugen. Innerhalb der ersten zwei Stunden nach der Geburt schaffen es die meisten Babys, das erste Mal an der Brust zu saugen, da der Saugreflex in dieser Zeit besonders stark ausgeprägt ist. Alle Neugeborenen, denen dies in den ersten Stunden nicht gelingt, holen das erste Anlegen nach intensivem Bonding auf der Station mit unserer Unterstützung nach.

 

Kolostrum- was ist das?

Das Kolostrum (Neugeborenenmilch) wird schon während der Schwangerschaft gebildet. Es ist sehr konzentriert und wird deswegen auch die »Trainingsmilch« genannt, da Ihr Kind sich wirklich darum bemühen muss. Diese Milch reicht in den ersten Tagen völlig aus: Pro Mahlzeit stehen Ihrem Baby 2 – 10 ml zur Verfügung. Sie ist eiweißreich, kohlenhydratarm und hat eine gelbliche Farbe, die durch Betacarotin entsteht. Der Magen des Neugeborenen kann in den ersten Tagen pro Mahlzeit 5 – 7 ml aufnehmen. Nicht nur die Menge der Milch, sondern auch ihre Zusammensetzung ändert sich und entspricht immer den Bedürfnissen des Kindes. Kolostrum gilt als »Passivimpfung«, da es reich an Abwehrstoffen ist. Es beugt Krankheiten vor und enthält entzündungshemmende Stoffe. Die Muttermilch bewirkt eine gesunde Darmflora (Bifidusflora) und dient zudem als erstes Abführmittel.

 

Zufüttern?

Alles was Ihr Kind in den ersten Lebensmonaten für ein gesundes Wachstum braucht, können Sie ihm beim Stillen geben. Eine Zufütterung mit künstlicher Nahrung oder Tee stört den Aufbau der Darmflora, die Milchbildung und möglicherweise das Saugverhalten des Kindes an der Brust. Zugefüttert wird in unserer Klinik nur, wenn es aus medizinischen Gründen notwendig ist.

 

Positive Wirkung des Stillens auf einen Blick

Für das Kind:

• Das Baby schmeckt, riecht und fühlt Sie.
• Muttermilch ist die natürliche, artgerechte Ernährung für ihr Kind.
• Das Baby profitiert auch im zweiten Lebensjahr und darüber hinaus
• Muttermilch ist leicht verdaulich, immer richtig temperiert und jederzeit verfügbar.
• Sie passt sich optional den wachsenden Bedürfnissen Ihres Kindes an.
• Haut- und Körperkontakt beim Stillen fördern die geistige und seelische Entwicklung Ihres Kindes.
• Stillen senkt das Risiko von SIDS (Sudden Infant Death Syndrom), d. h. dem plötzlichen Kindstod.
• Stillen unterstützt Ihr Baby bei der Reifung eines Immunsystems und bei der Abwehr von Infektionen: Gestillte Kinder leiden weniger oft an Allergien, Erkrankungen des Magen-Darmsystems, Mittelohrentzündungen und Harnwegentzündungen.

Für die Mutter (und die Familie):

• Muttermilch ist praktisch, immer vorhanden und kostenlos.
• Stillen ist nachhaltig und schont Ressourcen.
• Muttermilch ist immer richtig temperiert – spart also Zeit.
• Stillen schützt langfristig die Gesundheit der Mutter (senkt das Risiko für Brustkrebs, Diabetes und andere Erkrankungen).
• Stillen fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind.
• Stillen reduziert Schmerzen und Stress bei Mutter und Kind.
• Durch Stillen profitiert die ganze Gesellschaft von gesünderen Kinder und später gesünderen Erwachsenen.davon, zusätzlich gestillt zu werden.

 

Anlegen: Worauf muss ich achten?

Bei Ihren ersten Stillmahlzeiten möchten wir Sie gern unterstützen. Bitte melden Sie sich, damit wir die Stillmahlzeit für Sie beide so angenehm wie möglich gestalten.

Wenn Sie Ihr Baby richtig anlegen, können Sie wunde Brustwarzen vermeiden. Die folgenden Regeln gelten unabhängig davon, in welcher Position Sie stillen:

• Ihr Baby muss Ihnen mit dem ganzen Körper zugewandt sein.
• Es muss Ihre Brust erreichen können, ohne den Kopf zu drehen.
• Sein Kopf sollte frei beweglich sein.
• Sein Kinn und seine Nasenspitze berühren Ihre Brust während des Trinkens.

DER C-GRIFF

Ihr Zeigefinger liegt unterhalb, Ihr Daumen locker oberhalb der Brustwarze. Zeigefinger und Daumen bilden also ein C.

Bringen Sie Ihr Kind an Ihre Brust heran und nicht umgekehrt. Stützen Sie Ihre Brust mit dem C-Griff mundgerecht. Achten Sie darauf, dass Ohr, Schulter und Hüfte Ihres Kindes eine Linie bilden. Der Kopf Ihres Babys sollte gut abgepolstert sein. Stützen Sie seinen Rücken mit Ihrem Arm.
Ihr Baby atmet während des Schluckens an der Brust automatisch durch die Nase. Durch die ideale Form der Babynase ist es dem Kind möglich, ganz nah an der Brust der Mutter zu liegen und trotzdem gut atmen zu können. Indem Sie den Po Ihres Babys ganz nah an sich heranziehen, bleibt die Nase Ihres Babys frei. Wenn Sie mit einem Finger auf die Brust drücken, um die Nase freizuhalten, verändert sich die Position der Brustwarze im Mund des Kindes und kann somit zu wunden Brustwarzen führen.
Achten Sie darauf, dass Ihr Kind den Mund weit aufmacht und seine Lippen nach außen gestülpt sind, denn so erfasst es einen Großteil des Brustwarzenvorhofes – dies dient der besseren Entleerung der Brust und vermeidet wunde Brustwarzen. Ihr Baby sollte effektiv saugen und hörbar schlucken. Beobachten Sie Ihr Kind: Saugt es lange und kräftig genug? Hört es von allein auf? Die Dauer der Mahlzeiten ist ganz unterschiedlich, spielt sich aber ein, wenn Sie beide sich genauer kennen und ein Team geworden sind.

SPRECHEN SIE UNS BITTE AN, wenn Sie unsicher sind. Es ist ganz normal, dass Sie am Anfang noch viele Fragen haben. Seien Sie geduldig und lassen Sie sich und Ihrem Baby Zeit, sich aufeinander einzustellen.

 

Stillpositionen

Mit etwas Übung können Sie im Sitzen, Liegen und Stehen stillen. Auch Ihr Kind kann fast in allen Positionen trinken. Je nachdem, wo Sie gerade stillen, kann jede der Positionen sinnvoll sein. 
Während des Klinikaufenthaltes lernen Sie die gebräuchlichsten Stillpositionen kennen, die wir auf den folgenden Seiten beschreiben:

• Intuitives Stillen
• modifizierte Wiegehaltung
• Wiegehaltung
• im Liegen
• Rückenhaltung

Es empfiehlt sich, zwischen den Grundpositionen zu wechseln, damit

• Ihre Brustwarzen gleichmäßig beansprucht werden,
• alle Milchgänge gut entleert werden und
• die Milchbildung maximal angeregt wird.

UNS IST ES WICHTIG, mit Ihnen eine bequeme Position für Sie und Ihr Kind zu finden. In den ersten Tagen ist das Stillen in aufrechter Sitzhaltung für Sie und Ihr Baby anspruchsvoller als wenn Sie sich dabei gemütlich zurücklehnen.

 

Intuitives Stillen

Stillen ist eine »aktive« Fähigkeit des Neugeborenen. Ihr Baby hat eine ganze Reihe von Reflexen und automatisch ablaufenden Verhaltensmustern, die darauf angelegt sind das Stillen gelingen zulassen.

• Liegt Ihr Baby bäuchlings auf Ihnen – berühren seine Beine und Füße Ihren Bauch – dann bewirken die Reflexe, dass sich Ihr Baby mit den Füßen abstößt und weiter nach oben zur Brust robbt. Den Weg weist auch der Geruch der Brustwarze.
• Zusätzlich nutzt Ihr Baby seine Arme wie auch Hände zur Fortbewegung und zur Orientierung.
• An der Brust angekommen, sucht Ihr Baby, hebt den Kopf, dreht ihn hin und her.
• Wenn es dann die Brustwarze gefunden hat, öffnet es den Mund weit, erfasst die Brust und fängt an zu saugen und zu schlucken.

 

Modifizierte Wiegehaltung

• Sie sitzen bequem angelehnt im Sessel oder Bett, bei Bedarf liegt ein Stillkissen auf Ihrem Schoß.
• Legen Sie Ihr Baby auf der rechten Seite an, halten Sie die Brust mit der rechten Hand und umgekehrt.
• Mit dem linken Unterarm stützen Sie Ihr Baby, der Kopf ruht in Ihrer linken Hand wie in einer Schale.
• Der Körper Ihres Babys ist Ihnen Bauch an Bauch zugewandt.
• Ohr, Schulter und Hüfte bilden eine Linie.

 

Wiegehaltung

• Für diese Haltung ist es wichtig, dass Sie bequem sitzen. Eine Fußbank kann dabei hilfreich sein.
• Ihr Baby liegt auf Ihrem Unterarm, das Köpfchen fast in Ihrer Ellenbeuge.
• Es liegt in der Seitenlage, Bauch an Bauch mit Ihnen.
• Sein Mund liegt auf Höhe und gegenüber Ihrer Brustwarze.
• Mit der freien Hand stützen Sie Ihre Brust.
• Ihr Zeigefinger liegt unterhalb, Ihr Daumen locker oberhalb der Brustwarze (C-Griff).
• Durch leichten Druck Ihrer Finger formen Sie Ihre Brust mundgerecht.
• Ist der Mund Ihres Babys weit geöffnet, wie beim Gähnen, bringen Sie es mit einer raschen Bewegung Ihres Unterarms zur Brust – nicht die Brust zum Kind.
• Manchmal ist Ihr Baby nicht sofort bereit, seinen Mund zu öffnen. Haben Sie ein bisschen Geduld.

TIPP Berühren Sie mit der Brustwarze sanft die Unterlippe Ihres Babys. Das löst den Reflex zum Öffnen des Mundes aus.

Im Liegen

• Legen Sie sich bequem hin und stellen Sie die Liegefläche flach.
• Polstern Sie Ihren Kopf auf Schulterhöhe mit Kissen ab; damit verhindern Sie einen steifen Hals und der Blickkontakt zu Ihrem Baby ist gewährleistet.
• Ihr Kind liegt in Seitenlage parallel zu Ihrem Körper.
• Der Kopf Ihres Kindes liegt in Höhe Ihrer Brustwarze, und Sie halten Ihre Brust mit Daumen und Zeigefinger im C-Griff.

Rückenhaltung

• Diese Position ist in verschiedenen Situationen günstig.
• Der äußere Bereich Ihrer Brust wird hiermit optimal entleert. Die größte Saugkraft Ihres Kindes liegt dabei im Unterkiefer.
• Der Kopf Ihres Kindes ruht in Ihrer Hand und Sie haben einen guten Blickwinkel.

WICHTIG:

• Sie sitzen aufrecht, Ihr Kind liegt neben Ihnen.
• Ein Kissen stützt Ihren Arm.
• Körper und Beine Ihres Kindes liegen nicht vor Ihrem Bauch, sondern in Ihrer Taille, und die Beine zeigen in Richtung Rückenlehne.
• Der Körper Ihres Babys ist leicht gebeugt, sein Rücken ruht auf Ihrem Unterarm, sein Kopf liegt locker in Ihrer Handfläche, Ihnen zugewandt.
• Mit der Hand führen Sie Ihr Kind im richtigen Moment an Ihre Brust.

 

Schnuller und Sauger

Um Stillprobleme zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen, in den ersten Wochen auf Beruhigungssauger oder Nahrungssauger zu verzichten. Das Saugverhalten Ihres Babys könnte sonst beeinträchtigt werden. Ihr Baby befriedigt mit dem Saugen am Schnuller einen Teil seines Saugbedürfnisses und saugt somit weniger an Ihrer Brust. Die Folge kann sein, dass Sie zu wenig Milch produzieren oder die Stillzeichen Ihres Babys übersehen. Dadurch werden die Abstände zwischen den Mahlzeiten zu groß und Ihr Baby gerät in eine Art Fastenzustand. Außerdem saugt Ihr Baby am Schnuller anders – das stört das richtige Saugen an der Brust. Dies kann einen optimalen Stillbeginn beeinträchtigen.

 

Wie oft muss mein Baby gestillt werden?

Neugeborene sind vom ersten Atemzug an kleine Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Charakterzügen. Das zeigt sich auch beim Stillen. Wenn Sie nach Bedarf stillen, stellt sich schneller Ihr individueller gemeinsamer Rhythmus ein. Nicht jede Stillmahlzeit wird zügig beendet sein; häufig döst Ihr Kleines und fängt dann wieder an zu saugen. Doch mit jedem Anlegen klappt es schneller und besser. 
Die hier angegebenen Stillzeiten sind Richtwerte. Damit ist das richtige, wirkungsvolle Saugen gemeint:

• Zum ersten Mal legen Sie Ihr Baby direkt nach der Geburt an.
• Am 1. Lebenstag sollten Sie mindestens acht bis zwölf Mal anlegen. Manche Kinder saugen bereits kraftvoll und energisch, andere sind eher zaghaft und lecken mehr an der Brust, als dass sie saugen – dann ist es wichtig, dass Sie Ihre Brust per Hand entleeren, um Ihr Kind zu stärken und die Milchproduktion in Gang zu bekommen. Denn Nachfrage regelt das Angebot: Je öfter (nicht je länger!) Sie stillen, desto mehr Milch wird gebildet.
• Ab dem 2. Lebenstag sollten Sie Ihr Baby mindestens zehn bis zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden anlegen. Viele Babys möchten sogar noch öfter gestillt werden.
• Der Stillrhythmus kann täglich variieren. Er sollte sowohl Ihre Bedürfnisse als auch die Ihres Babys berücksichtigen.
• Mehrere Mahlzeiten während der Nachtstunden sind normal.
• Als Mutter haben auch Sie vielleicht mal das Bedürfnis Ihr Baby anzulegen obwohl es schläft, weil die Brust spannt. Auch das ist Stillen nach Bedarf und ein normales Vorkommen in der Stillzeit.

WIR MÖCHTEN, dass Sie mit einem sicheren Gefühl nach Hause gehen. Sprechen Sie uns daher jederzeit an, damit wir das Anlegen mit Ihnen üben. So werden Sie bald eine gute Routine darin haben.

 

»Streumahlzeiten, Clusterfeeding oder Lagerfeuerstillen«

Ihr Baby meldet sich häufig in kurzen Abständen und genießt viele kleine Mahlzeiten (Streumahlzeiten) statt einer großen Mahlzeit; dazwischen ist es häufig wach und unruhig, weint viel oder schläft nur leicht. Ihr Kind kommt einfach nicht zur Ruhe. Dieses Phänomen ist mehr oder weniger stark ausgeprägt und tritt meistens in den Abendstunden auf. Ist das Bedürfnis Ihres Babys gestillt, fällt es in einen Schlaf, der mehrere Stunden dauern kann. Hier meldet sich nicht nur sein Hunger, sondern häufig hängt dieses Verhalten auch mit der Unzufriedenheit Ihres Kindes oder mit einem Wachstumsschub zusammen: Der Säugling sichert sich durch das häufige Anlegen eine ausreichende Milchproduktion für den nächsten Tag. Diese Situation ist eine Herausforderung – Sie haben das Gefühl »dauerzustillen«. Viele Mütter machen sich Sorgen, dass Sie nicht genügend Milch haben, aber das trifft meistens nicht zu.

TEAMGEIST GEFRAGT
Bei diesem Stillrhythmus ist der Teamgeist der ganzen Familie gefragt, denn ohne Unterstützung ist das kaum durchzuhalten. Denken Sie daran: Es kommen wieder andere Zeiten.

 

Wie erkenne ich, dass mein Baby Hunger hat?

Alle Eltern lernen, die Stillzeichen ihres Kindes zu erkennen und zu verstehen, wenn sie das Neugeborene bei sich haben. Schon vom ersten Tag an hat Ihr Kind die Fähigkeit, seine Bedürfnisse deutlich zu machen, indem es

• seine Zunge rausstreckt,
• gähnt,
• an seinen Lippen leckt,
• Fäuste bildet,
• seine (oder Ihre) Hände in den Mund steckt und daran nuckelt,
• Sauggeräusche und -bewegungen macht.

Diese Zeichen werden in den nächsten Minuten immer intensiver. In dieser Phase lässt sich Ihr Kind am besten anlegen. Wenn Sie diese frühen Stillzeichen jedoch ignorieren, wird Ihr Baby bald anfangen, laut zu schreien. Lassen Sie es nicht schreien. Es ist für alle Beteiligten viel angenehmer, wenn Sie gleich auf die frühen Signale Ihres Babys reagieren.

 

Bekommt mein Baby genug Milch?

Milch wird in Ihrer Brust fortlaufend gebildet, zur nächsten Stillmahlzeit ist die Trinkmenge für Ihr Kind wieder vorhanden. Ob Ihr Kind genügend Muttermilch bekommt, erkennen Sie an seinem »Ausscheidungsmuster«:
Am 1./2. Lebenstag sind ein bis zwei nasse Windeln normal, ab dem 3./4. Lebenstag fünf bis sechs nasse Windeln und mehr als zweimal Stuhlgang in 24 Stunden. Nach sechs Wochen kann es zu seltenerem Stuhlgang kommen (einmal wöchentlich); das ist normal, denn der Körper verwertet die Muttermilch komplett.

Durch das Rooming-in und die regelmäßige Entleerung der Brust (mindestens acht Mal, besser aber zehn bis zwölf Mal in 24 Stunden) kann es aber auch sein, dass Sie die Brustschwellung ohne Schmerzen und mit einer weichen Brust erfahren.

INFO
Wenn Sie Beschwerden haben oder das Anlegen schwierig ist, geben Sie uns bitte Bescheid.

 

Wie ernähre ich mich als stillende Mutter am besten?

• Essen Sie gesund, ausgewogen und vielfältig.
• Sie dürfen all das Essen, was Sie vor der Schwangerschaft auch gegessen haben.
• Das Stillen stellt eine erhöhte Anforderung an Ihren Körper und damit einen erhöhten Kalorienbedarf, daher sollten Sie keine Diäten machen.
• Meiden Sie Abführmittel, denn diese können in die Milch übergehen.
• Trinken Sie nach Durst und achten Sie auf eine vielseitige und ausgewogene Ernährung.
• Alkoholische Getränke und Energiedrinks sind in der Stillzeit nicht empfohlen.

INFO
Es gibt keine generellen Richtlinien, was Sie essen oder nicht essen sollten. Beobachten Sie, was Ihr Kind gut verträgt. Stellen Sie bei ihm einen wunden Po fest, verzichten Sie nicht sofort komplett auf bestimmte Nahrungsmittel, sondern versuchen Sie diese in Maßen zu genießen und beobachten Sie, wie Ihr Kind das verträgt

 

Wie lange wird empfohlen zu stillen?

Muttermilch ist die natürliche, artgerechte Ernährung für das Kind. Zur Erzielung optimaler Gesundheit und Entwicklung Ihres Säuglings empfiehlt die WHO ausschließliches Stillen während der ersten 6 Lebensmonate und das Weiterstillen, unter Einführung einer angemessenen Beikost, bis zum Alter von 2 Jahren und darüber hinaus. Für nicht mehr gestillte Kinder gilt die Empfehlung, ab Beginn der Beikost bis zum 2. Geburtstag täglich zwei Mahlzeiten mit Milchprodukten zu geben.

INFO
Wie lange Sie stillen, hängt ganz von Ihren Wünschen und den Bedürfnissen Ihres Babys ab.

 

»Initiale Brustdrüsenschwellung«

Die »Initiale Brustschwellung« kann in den ersten Tagen nach der Geburt auftreten und hängt mit der Veränderung Ihres Hormonhaushaltes zusammen sowie einer erhöhten Durchblutung und Zirkulation von Lymphflüssigkeit. Die Zusammensetzung der Milch verändert sich und passt sich den Bedürfnissen Ihres Babys an. Als Mutter bemerken Sie ein Spannungs- und Stauungsgefühl und es kann sein, dass sich Ihre Venen deutlich auf der Haut abzeichnen. Neben einem leichten Druck und Schmerzgefühl kann sich Ihre Körpertemperatur etwas erhöhen. Vielleicht wundern Sie sich, dass Ihr Kind nicht so problemlos an die Brust »andockt« wie sonst – das kann mit der Schwellung des Brustdrüsengewebes zusammenhängen. Ihr Kind hat Schwierigkeiten, den Warzenvorhof und die Brustwarze zu erfassen. Hierbei hilft häufig bereits die Entlastung des Brustwarzenvorhofes und das Entleeren einiger Tropfen Muttermilch von Hand, damit das Baby besser trinken kann.

Vorbereitung:

• Waschen Sie gründlich Ihre Hände.
• Duschen Sie Ihre Brust mit klarem Wasser ab.
• Legen Sie einen feuchtwarmen Umschlag auf die Brust.
• Den Milchspendereflex lösen Sie aus durch:
· eine bequeme, entspannte Haltung
· eine Brustmassage und ein warmes Getränk
· eine Nackenmassage oder Wärmeauflagen im Nackenbereich
· ein Foto Ihres Babys, das Sie anschauen, oder indem Sie sich das Baby an der Brust vorstellen

 

Vorbereitung der manuellen Entleerung

Sie erwärmen Ihre Brust, indem Sie Ihre warmen Hände auflegen oder feuchtwarme Kompressen machen. Das weitet die Milchgänge und löst den Milchspendereflex aus. Nun massieren Sie Ihre Brust punktuell mit drei bis vier Fingern in kreisenden Bewegungen, spiralförmig vom Brustansatz rund um die Brust, bis zum Brustwarzenvorhof. Je nach Größe Ihrer Brust brauchen Sie ein bis drei Runden, bis Sie den Warzenhof erreicht haben. Im Anschluss können Sie mit Ihren Fingerspitzen sternförmig vom Brustansatz bis über Ihre Brustwarze streicheln oder Ihre Brust leicht schütteln (»Milchshake«).

 

Pflege der Brustwarzen

Reinigen Sie Ihre Brust bitte nur mit warmem Wasser. Dass Ihre Brustwarzen in den ersten Tagen empfindlich sind, ist ganz normal. Sie beugen wunden Brustwarzen vor, indem Sie Ihr Baby richtig anlegen. Lassen Sie viel Luft und Licht an Ihre Brust und pflegen Sie Ihre Brustwarzen am besten mit Muttermilch.

 

Wie entnehme ich meiner Brust Muttermilch?

In besonderen Situationen ist es sinnvoll, die Brust manuell (von Hand) zu entleeren.

• Ihr Kind ist in den ersten 24 Stunden noch saugschwach oder zu müde.
• Sie haben eine starke Brustschwellung.
• Ihr Kind ist satt, aber Ihre Brust spannt noch und ist schmerzhaft voll.
• Ihr Kind kommt nicht an die satt machende Hintermilch und dadurch stillen Sie häufig mit kurzen Pausen. (Dann sollten Sie vor dem Stillen etwas Milch entnehmen.)
• Mutter und Kind müssen sich für eine Zeit trennen.
• Ihr Baby ist krank (Schnupfen, Mittelohrentzündung etc.) und verweigert das Stillen.
• Sie haben Milchstau oder eine Brustentzündung.
• Sie haben eine Verletzung an den Brustwarzen.
• Sie haben Gestastionsdiabetes.
• Bei späten Frühgeborenen (< 37. SSW).

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, der Brust Muttermilch zu entnehmen:
mit der Hand, der elektrischen Intervall-Milchpumpe oder mit einer Handpumpe.

 

Entleerung der Brust

Legen Sie Daumen und Zeigefinger etwa 2 bis 3 cm hinter der Brustwarze an, sodass die Hand ein C bildet. Heben Sie Ihre Brust leicht an und führen diese waagerecht in Richtung Brustkorb. Drücken Sie die Hand leicht zurück und rollen Sie sie dann nach vorne. Dabei wird die Milch aus den Milchgängen befördert. Wiederholen Sie diesen Vorgang, so dass Milch läuft und wandern dabei im Uhrzeigersinn um Ihren Warzenvorhof. Komprimieren Sie nicht die Brustwarze. Die Finger bleiben fest auf der Haut und reiben nicht über die Haut, sondern schieben das Brustdrüsengewebe leicht vor und zurück. Die Dauer ist individuell – entleeren Sie entweder solange bis ausreichend Milch gewonnen ist oder Ihre Brust weich ist.

 

Abpumpen

Abpumpen mit elektrischer Intervall-Milchpumpe
Achten Sie darauf, dass Ihre Brustwarze in der Mitte des Absaugtrichters sitzt, und regulieren Sie nach Ihrem Empfinden die Stärke des Sogs an der Pumpe. Sie sollten dabei keine Schmerzen haben!

Wenn Sie kein Doppelpumpset benutzen, empfiehlt es sich, jede Brust 10 Minuten zu pumpen. Mit einem Doppelpumpset empfiehlt es sich, ebenfalls 10 Minuten zu pumpen – effektivere Entleerung in Kombination mit der manuellen Handentleerung.
Wie häufig Sie abpumpen, richtet sich nach dem Grund:

• Sie wollen Ihre Milchmenge steigern: Pumpen Sie alle 2 bis 3 Stunden; erst anlegen, dann abpumpen.
• Sie haben wunde Brustwarzen: Pumpen Sie alle 3 bis 4 Stunden.
• Ihr Baby muss in die Kinderklinik verlegt werden: Wenn möglich, entleeren Sie Ihre Brust mindestens acht Mal, besser zehn bis zwölf Mal in 24 Stunden durch elektrisches Pumpen mit einem Doppelpumpset (zwei-drei Mal stündlich, nachts ein bis zwei Mal).

Abpumpen mit Handpumpe

Achten Sie, wie auch bei der elektrischen Intervall-Milchpumpe, darauf, dass Ihre Brustwarze mittig im Absaugtrichter sitzt. Beginnen Sie mit einem hohen Intervall bei geringem Vakuum. Nach 2 Minuten oder bei Einsetzen des Milchflusses verringern Sie das Intervall und erhöhen das Vakuum. Sie sollten dabei keine Schmerzen haben!

 

Wie bewahre ich die Muttermilch auf?

Sie können Muttermilch etwa 6 bis 8 Stunden bei Raumtemperatur lagern und müssen sie dann umgehend verfüttern. Im Kühlschrank ist die Milch bei einer konstanten Temperatur von +4 bis 6 Grad 96 Stunden haltbar. Stellen Sie sie nicht in die Tür, sondern möglichst weit nach hinten in die Kühlung. Wenn Sie absehen können, dass Sie die Milch nicht innerhalb der nächsten 3 Tage verbrauchen, können Sie sie auch einfrieren bei –18 Grad. Dann ist sie bis zu 12 Monaten haltbar.
Bewahren Sie die Milch auf in:
• Kunststoffbehältern, die zum Einfrieren von Muttermilch geeignet sind
• Glasbehältern

NICHT IN DIE MIKROWELLE
Muttermilch sollten Sie nie in der Mikrowelle erwärmen, dabei gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren.
Gefrorene Milch können Sie schonend im Kühlschrank oder bei Zimmertemperatur auftauen. Wenn es schneller gehen muss, erwärmen Sie die Milch unter lauwarmem Wasser oder im Flaschenwärmer (nicht über 37 Grad). Diese aufgetaute Muttermilch ist innerhalb von 24 Stunden zu verbrauchen.

Aufgetaute Milch darf nicht wieder eingefroren werden!

Wir sind eine Babyfreundliche Geburtsklinik

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF starteten 1991 das internationale Programm »Babyfriendly Hospital Initiative«, um durch verbesserte Rahmenbedingungen in Geburtskliniken die Eltern-Kind-Bindung und das Stillen zu fördern. Weltweit gibt es inzwischen rund 20.000 Babyfreundliche Geburtskliniken in 150 Ländern. Auch wir orientieren uns an diesen Vorgaben und erfüllen die zehn Schritte zur Babyfreundlichen Geburtsklinik.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt:
Weltweit gilt die Empfehlung, dass Säuglinge zur Erzielung ihres optimalen Wachstums sowie ihrer optimalen Entwicklung und Gesundheit während der ersten 6 Lebensmonate ausschließlich gestillt werden sollten. Ab dem 7. Lebensmonat wird die Einführung der Beikost unter Muttermilch empfohlen, und das Weiterstillen bis zum Alter von 2 Jahren oder darüber hinaus.

WHO Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten

Hierbei handelt es sich um einen internationalen Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten, der von der Weltgesundheitsorganisation WHO formuliert wurde. Ziel dieses Kodex ist es, die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten zu regulieren und eine sachgerechte Verwendung von Muttermilchersatzprodukten zu fördern. Damit soll insgesamt eine sichere und angemessene Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder gewährleistet werden.

Wir unterstützen diesen Kodex. Das können wir tun, indem wir

• keine Geschenke, Gratis- oder verbilligte Produkte von Firmen oder Vertretern von Muttermilchersatzprodukten auslegen
• keine Flaschen und Schnuller annehmen
• keinen Kontakt von Vertretern für Muttermilchersatzprodukte zu unseren Schwangeren oder Wöchnerinnen zulassen
• keine Werbung für Muttermilchersatzprodukte, Folgemilchen, Tees, Säfte oder Breie, Flaschen oder Sauger in unserer Klinik erlauben
• individuelle Einzelberatung zu Muttermilchersatznahrung durchführen