Gynäkologie
Unser gynäkologisch-chirurgisches Portfolio richtet sich stets individuell nach dem Stadium der Erkrankung - Chefarzt Dr. Richard Wojdat stellt Ihnen hier unser gesamtes gynäkologisch-operatives Spektrum vor: 

Gynäkologie

Als eine von nur 32 zertifizierten Dysplasieeinheiten im deutschsprachigen Raum kümmern wir uns um Ihre Gebärmuttergesundheit. Ihnen stehen die vollen Kompetenzen der Klinik zur Verfügung - ebenso wie ein hochqualittives Netzwerk aus Medizinern. So auch im Fall einer Patientin mit einer sehr seltene Erbkrankheit, die zu einer geschwächten Immunabwehr und somit zu einem erhöhten Infektionsrisiko führt. "Ich habe meinen Kollegen aus Münster angerufen, weil ich schon einen Anfangsverdacht hatte, und die Patientin dort hingeschickt, wo sie dann die Diagnose erhielt und somit behandelt werden konnte", sagt Dr. Richard Wojdat. "Wir sind absolut ehrlich: Wir halten die Patientinnen nicht um jeden Preis hier. Wenn sie also bei uns behandelt werden, dann auf die bestmögliche Weise."

Urogynäkologie

Das Becken der Frau hat zwei Funktionen, die auch mit den physikalischen Gegebenheiten des Menschen, nämlich dem aufrechten Gang, zusammenhängen. Denn neben dem Platz zum Gebären soll das Becken der Frau auch so fest wie möglich alle Organe an Ort und Stelle halten. Das ist eine Schwachstelle. Infektionen und Juckreiz können auf eine latente (nicht sichtbare) Inkontinenz hindeuten. „Da Menschen immer älter werden, steigt auch die Anzahl der Schwachstellen des Körpers“, weist Dr. Richard Wojdat auf die natürlichen Konsequenzen des Alterns hin. Eine Senkung der Blase bzw. Hebung des Darms behandeln wir interdisziplinär, um die Stabilität und Kraftentwicklung im Beckenboden wiederherzustellen: Ist beispielsweise auch der Darm betroffen, beziehen wir automatisch auch unsere Internisten bzw. Gastroenterologen ein, damit wir nach einer sorgfältigen Analyse das optimale Konzept für Sie und Ihren Körper finden. In unserem Fokus stehen dabei zunächst nicht operative Behandlungsmethoden, die sogenannte konservative Behandlung. 

Operative Gynäkologie

Die operative Ausrichtung orientiert sich streng am Grundsatz der möglichst sicheren und konsequent ressourcenschonenden, patientenorientierten operativen Vorgehensweise.

Minimalinvasivität bietet hierbei den Weg, weitgehend narbenfrei, direkt und schonend das Körperinnere zu erreichen. Unterstützt durch moderne Visualisierungssysteme HD / 4K erweitern dabei Ärzte Ihre diagnostischen Möglichkeiten. Durch optische Vergrößerung und unterstützt durch robotische Assistenzsysteme, können operative Eingriffe hierbei präziser und deutlich komplikationsärmer durchgeführt werden.

Als ärztliches Ausbildungszentrum für die so genannten MIC-Eingriffe garantieren wir nicht nur den höchsten aktuellen medizinischen Standard, sondern entwickeln auch neue Verfahren und Wege, von welchen Patientinnen in allen Abschnitten der Behandlung profitieren. (Text: Dr. Richard Wojdat)

 

Endometriose

Vier bis zwölf Prozent aller Frauen leiden an einer Endometriose, an Zysten und Entzündungen, die sich etwa an Eierstöcken, am Darm oder dem Bauchfell ansiedeln und zu Verwachsungen und Vernarbungen führen können. Am Herforder Mathilden Hospital ist Dr. Richard Wojdat auf ihre Diagnose und Behandlung spezialisiert. Er ist Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Wegen seiner Expertise wurde er zum dritten Mal hintereinander vom „Focus“ als Top-Mediziner bewertet.

Endometrioseherde gelten zwar als gutartig, können aber Absiedlungen bilden und damit Organfunktionsstörungen und Organschäden verusachen. Etwa die Hälfte aller Frauen mit Regelschmerzen leiden an einer Endometriose, bei jeder dritten Frau mit Unterbauchbeschwerden ist sie die Ursache, und in ebenso vielen Fällen liegt hier der Grund für unerfüllten Kinderwunsch. Am häufigsten tritt die Endometriose zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr auf.

„Wegen der chamäleonartigen Symptomatik und Organbeteiligungen dauert die Diagnosestellung im Schnitt drei bis vier Jahre“, sagt Wojdat. Für die Frauen eine lange Leidenszeit.

Er arbeitet seit Jahren mit einem interdisziplinären Team zusammen. In einer wöchentlichen Konferenz werden aktuelle Fälle aus gastroenterologischer, chirurgischer, radiologischer, gegebenenfalls urologischer oder neurologischer und gynäkologischer Sicht besprochen. Eine Zusammenkunft, die auch der gegenseitigen Fortbildung dient.

Zur Diagnose gehört am Mathilden Hospital eine gründliche Anamnese und eine Ultraschalluntersuchung mit hochauflösenden Geräten – ein Spezialgebiet von Wojdat, der hier die höchstmögliche Qualifikation besitzt. Aber auch Magnetresonanztomographie oder Spiegelungen von Darm oder Blase können nötig sein.

Eine Operation sollte nicht dazu dienen die Diagnose oder die Ausprägung der Erkrankung festzustellen. Dies, so betont Wojdat, wird bereits im Vorfeld festgestellt.

Die Operation dient der radikalen Endometrioseentfernung bei gleichzeitigem Organfunktionserhalt. In diesem Spannungsfeld sollte jede operative Entscheidung erwogen werden. Ohnehin, sagt der Chefarzt, sei eine Operation als Therapie nicht immer Mittel der Wahl: Da die Endometriose eine chronische Erkrankung sei, zudem mit einer gewissen Rezidivhäufigkeit verbunden, müssten OP-Ziele und Zeitpunkt abgewogen werden.

Sei ein Eingriff geplant, werden die Patientinnen über eine individuelle, bedarfsangepasste Schmerzlinderung beraten. Auch eine begleitende hormonelle Therapie oder aber bei einem Kinderwunsch die Vorstellung in einem Zentrum für Reproduktion können veranlasst werden. Konservative Methoden und alternative Verfahren sollten ausgeschöpft sein oder begleitend durchgeführt werden.

Ist eine OP nötig, favorisieren Wojdat und sein Team die minimalinvasive Chirurgie. High-Tech-Bildgebung, der Einsatz von fluoreszierenden Stoffen zur Kontrastierung und besseren Darstellung von Endometrioseherden erlaubten präziseres, möglichst blutungsfreies Operieren. „Das führt zu weniger postoperativen Verwachsungen und Komplikationen.“

Spezialisiert ist das Team der „Mathilde“ auf das Herausschneiden von knotigen, lokalen Endometrioseherden. Dabei sollen die Funktionen der betroffenen Organe erhalten werden. Statt des Skalpells kann auch der Laserstrahl zum Einsatz kommen. Eine tief infiltrierende Endometriose wird nach Möglichkeit operativ entfernt, während flache bläschenförmige Auflagerungen eher durch ein thermisches Hochfrequenzverfahren (Koagulation) zerstört werden. „Grundsätzlich führen wir die zum Teil längeren Eingriffe mit Unterstützung eines ermüdungs- und zitterfreien OP-Roboters durch.“

Eines ist Wojdat wichtig zu betonen: Bei aller Expertise, beim Einsatz innovativer Methoden und großer Interdisziplinarität: Das Menschliche, betont er, komme nicht zu kurz. „Vor allem haben wir besondere Mitarbeiter. Leidenschaftlich arbeitende Ärzte und empathisches Pflegepersonal, die die Erkrankung kennen, den Leidensdruck und Leidensweg der Patientinnen verstehen.“

Blutungsstörungen

Menstruationsstörungen können die Häufigkeit und/oder auch die Menge der monatlichen Blutung betreffen. Regelhaft ist eine hormonelle Dysbalance auch medikamentös behandelbar. Erst wenn die Blutungsursache nicht ausreichend so behandelbar ist, oder wenn ihr keine hormonelle, sondern organische Störung zugrunde liegt, werden Sie in unserer Sprechstunde zu Befundevaluation vorgestellt.

Nach der Analyse wird Ihnen eine individuelle, oft operative Lösung, entsprechend des Befundes vorgestellt.

Das Spektrum der Therapie reicht dabei von medikamentösen Lösungen und diagnostischen Gebärmutterspiegelung über organerhaltende Verfahren wie z.B. Endometriumablation, ferner über Resektion von Myomen und Rekonstruktionsverfahren der Gebärmutter, Entfernungen des Gebärmutterkopfes unter Erhalt des Gebärmutterhalses im Beckenboden bis hin zu vollständigen Uterusentfernung.

Hinsichtlich der Komplexität der Störung passen wir die gewählte Methode Ihrem persönlichem Profil und Wünschen an.

Sprechen Sie uns gern. an.

Myome

Die Wand der Gebärmutter besteht überwiegend aus Muskelzellen die, wie alle Muskelzellen des Körpers eine enorme Wachstumsfähigkeit besitzen. Besonders sichtbar In der Schwangerschaft. Lokales Zellwachstum einzelner Zellen und Bereiche der Uteruswand außerhalb der Schwangerschaft führt wiederum oft zu sehr weit verbreitetem Phänomen der Muskelknotenbildung. Myome entsprechen in der Regel gutartigen, oft nicht behandlungspflichtigen und vor allem symptomfreien Befunden, welche sonographisch erkannt und über Jahre im Wachstum und Form überwacht werden können.

Ändert sich die Größe, kommen Symptome wie Blutungen, Schmerzen hinzu, oder stehen sie einer erfolgreichen Schwangerschaft im Wege oder besitzen sie atypische sonographische Merkmale, so sollten diese auch analysiert und eventuell auch behandelt werden.

Glücklicherweise treten nicht gutartige myomähnliche Veränderungen der Uteruswand nur sehr, sehr selten gibt auch myomähnliche Uterusveränderungen, die nicht als gutartig gelten.

Darüberhinaus sollten Sie als Patientin wissen, dass nicht die Entfernung eines Myoms ein operatives Problem darstellt. Diese ist regelhaft gut möglich. Die operative Herausforderung liegt in der anatomisch korrekten und funktionellen Rekonstruktion der Uteruswand. In unserer Klinik werden diese Eingriffe im minimalinvasiven operativen Verfahren erfolgreich durchgeführt. Ab sofort bieten wir Ihnen eine noch schonendere, operative Methode an: Die transvaginale Radiofrequenzablation kommt schnittfrei aus. Um die passende Therapie für Sie zu wählen, wird nach der ausführlichen präoperativen Analyse des Befundes, die daraus folgende Empfehlung mit Ihnen besprochen und erklärt. Ihre Wünsche werden in allen diagnostischen und therapeutischen Schritten in die Entscheidung mit einbezogen.

Ovarialcysten

Ovarien sind paarig angelegt und stellen Eizellen zu Verfügung und sind an der Synthese von Sexualhormonen beteiligt.

Follikelcystenbildung gehört damit zu Aufgabe der Eierstöcke. Ovarialysten sind per sehr nicht ungewöhnlich. Dennoch sind Cysten ab bestimmter Größe, Form, Ursache, Dauer des Nachweises oder bei Schmerzen oft ein Grund für eine operative Intervention.

Die regelhaft gutartigen Cysten werden bei entsprechender Indikation, organerhaltend im Rahmen einer MIC-Operation ausgeschält und aus dem Körper mittels eines speziellen Beutels ohne Bauchschnitt entfernt.

Sowohl die onkologische Sicherheit als auch der Funktionserhalt stellen dabei die Leitplanken dar zwischen denen sich Ärzte bei diesen Eingriffen bewegen. Sie werden dabei immer individuell zuvor über den Befund und die Empfehlung informiert und in die Entscheidung über die geplante Maßnahme mit einbezogen.

 

Hysterektomie - Entfernung der Gebärmutter

Mehr als andere Organe wird die Gebärmutter mit Emotionen verbunden, was sich seit der Antike in der Geschichte der Medizin in sowohl der lateinischen als auch griechischen Sprache wie „Uterque“ oder „Hysterie“, wiederspiegelt. 

Nur eines der drei Kennzeichen des Lebens, nämlich Wachstum, Stoffwechsel und Vermehrung, wird durch ein Organ repräsentiert. Die Gebärmutter steht für Fruchtbarkeit und jugendliche Adoleszenz. Deren Verlust wird mit dem Ende dieser Lebensphase, gar mit dem wichtigsten Lebensziel gleichgesetzt.

Die Uterusoperationen stellen nicht nur einen zentralen und häufigsten großen Eingriff in der operativen Gynäkologie dar, sondern blicken auf eine lange Tradition und Entwicklung, die bedingt durch die Entwicklung der medizinischen Technik, methodisch einer konstanten Wandlung unterworfen ist. Im Alltag bemerken wir jedoch im Patientengespräch, insbesondere in der reproduktiven oder "gefühlt" reproduktiven Lebensphase, wie sehr die Patientinnen primär emotional und erst sekundär körperlich durch die medizinischen Maßnahmen belastet werden. Hierzu ist eine zielgerichtete, wertschätzende, aber vor allem eine wissenschaftliche evaluierte Beratung vor einem Eingriff an der Gebärmutter aus unserer Sicht unerlässlich.

Der beste Zugangsweg und die Art der Operation werden immer individuell analysiert und mit Ihnen festgelegt.

Vaginale, schmerzreduzierte Verfahren werden häufig angewendet und stellen eine standardisierte operative Methode unseres operativem Spektrums dar.

Ebenso gehören alle Arten der minimalinvasiven laparoskopischen Methoden von Teil- bis vollständigen Entfernung des Uterus zu Standardoperationen in unserer Klinik.

Viele Eingriffe werden in unserem OP mit robotischen Assistenzsystemen und mit modernen 4K Systemen umgesetzt, mit welchen sowohl Video- als auch Bilddokumentation selbstverständlich sind. Sowohl der Ablauf, als auch die operativen Ergebnisse können Ihnen, wie zuvor die präoperativen Befunde auf Wunsch detailliert dargestellt werden.

 

EMICMa - Schule für minimalinvasive endoskopische Therapie

Als operatives Ausbildungszentrum für minimalinvasive operative Verfahren sind wir bemüht alle chirurgischen Maßnahmen auch wissenschaftlich zu erfassen und auch zu evaluieren. Hierdurch leisten Sie direkt einen Beitrag zum Erkenntnisgewinn und helfen die Methoden weiter zu verbessern, zu entwickeln und weitere Innovationen einzuführen.

In den regelmäßig stattfindenden Workshops geben wir Ärzten die Gelegenheit in Vorträgen die Technik und den wissenschaftlichen Hintergrund kennenzulernen. An Übungsmodellen können laparoskopische Aufgaben intensiv eingeübt und außerhalb von Patienten trainiert werden.

Seit 2020 bieten wir den Teilnehmern den Einstieg in die Zukunft der Medizin an. Roboter und Assistenzsysteme gewinnen immer mehr an Bedeutung. So auch in der operativen Medizin. Was in der Flugausbildung, in der Architektur oder Astronautenausbildung selbstverständlich ist, sollte auch in der Medizin gelten und genutzt werden, um die Sicherheit für alle zu gewährleisten. Die Anwendung von Assistenzsystemen und sog. Robotern und OP-Simulatoren mit klaren Ausbildungszielen sind Gegenstand der Ausbildung in unserer Schule. 

Zervixkarzinom/Vaginalkarzinom

Das Zervixkarzinom ist weltweit das zweithäufigste gynäkologische Karzinom der Frau. Am häufigsten entsteht das Karzinom auf dem Boden einer HPV-Infektion.

Die Technik der sog. Wächterlymphknotendarstellung mittels ICG gehört seit 2014 zum operativen Spektrum wie auch ein besonderes operatives Verfahren. Die von uns favorisierte so genannte Tumor -„no touch“ -Technik und ein Verzicht auf die Anwendung von Uterusmanipulatoren bei diesen Eingriffen kennzeichneten unsere Methode. Diese wird stets modifiziert und an den aktuellen Wissensstand angepasst. Jede Patientin erhält diesbezüglich eine eingehende Beratung über Methoden und Zugangswege, insbesondere auch über den abdominalen Zugangsweg.

Neben minimalinvasiven Verfahren, offener Chirurgie stehen unseren Patientinnen, Ärzte der Strahlentherapie, internistische Onkologie und Ärzte der urologischen Klinik im Bielefelder Franziskus Hospital zu Verfügung

 

Endometriumkarzinom

Dieser Tumor entwickelt sich aus der Schleimhaut der Gebärmutter. Erste Symptome sind ungewöhnliche vaginale Blutungen, besonders die nach den Wechseljahren. Durch Operationen können frühe Stadien oft sehr gut behandelt werden. In späteren werden Operationen und Bestrahlung oder auch Chemotherapie oder Kombinationstherapie angewendet. Auch hier wenden wir regelhaft die Sentinel Node Technik (Wächterlymphknoten) an und können laparoskopisch, also ohne den Bauch zu eröffnen die Gebärmutter mit Ihren Bändern und Ovarien sowie den Becken- als auch sog. paraaortalen Lymphknoten entfernen. Als Tracer verwenden wir auch hier das ICG, einen fluoreszierenden Farbstoff.  

Auch die bei Bedarf notwendige Omentektomie führen wir regelhaft laparoskopisch, also in sog Schlüssellochtechnik durch.

Die Aufenthaltsdauer richtet sich nach dem OP-Umfang und beträgt in unserer Klinik dank Minimalinvasivität 4-5 Tage.

 

Vulvakarzinom

Vulvakrebs bzw. das Vulvakarzinom ist eine bösartige Erkrankung der Haut des äußeren weiblichen Genitales. Grundsätzlich können alle Regionen des Schambereichs der Frau betroffen sein.  Obwohl der Tumor sich eher ohne Symptome entwickelt, wird seine Entstehung auf dem Boden chronischer Hauterkrankung der Vulva gefördert. Häufig gehen dem Krebs Vorstufen voraus, welche im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung diagnostiziert und in diesem Stadium vor der Krebsentwicklung behandelt werden.

Je nach Lokalisation werden unterschiedliche operative Lösungen gesucht. Die Vorstufen können mittels kolposkopisch gesteuertem Laser exzidiert werden. Manifester Krebs wird chirurgisch beseitigt und der eventuelle Defekt wird plastisch mit Haut aus der Umgebung situations- und funktionsgerecht gedeckt. Auch hier wenden wir die Wächterlymphknotentechnik mittels ICG an.

Wie bei allen Krebserkrankungen stehen zunächst Umgebungsuntersuchungen an, mit Hilfe welcher die operative Strategie und der OP Umfang und Folgen mit Ihnen individuell festgelegt werden. Bestrahlungen oder auch Chemotherapie sind seltener und eher in den fortgeschrittenen Fällen sehr hilfreich.

Die steigende Zahl der Patientinnen mit dieser Diagnose und die enge Anbindung an unsere Kooperationspartner insb. die Strahlenklinik des Franziskus Hospitals Bielefeld, erlaubt uns auch hier auf umfangreiche Erfahrung zurückgreifen zu können.

 

Seltene Uterustumoren

Uterine Sarkome und Karzinosarkome sind mit 3 % aller Karzinome der Gebärmutter sehr selten. Sie entstehen in der Uterusmuskulatur bzw. im uterinen Bindegewebe.

Die Diagnostik gestaltet sich oft schwierig da sowohl Symptome als auch klare sonographische und anamnestische Kriterien fehlen.

Ein schnell wachsender Uterus in der Postmenopause und Blutungsstörungen bzw. Postmenopausenblutung sind als Verdachtsmomente verwendbar.

In den letzten Jahren entwickelten wir ein Scoring zu Überprüfung aller uterinen Neubildungen wie Myomen und versuchen mit diesem Werkzeug die Trennung einer Hochrisiko- von einer Niedrigrisikogruppe. In der sog. Risikogruppe werden spezifische diagnostische Maßnahmen wir MRT oder operative Lösungen angeboten, um eine versehentliche Tumorzellverschleppung im Körper zu vermeiden. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten die seltenen Tumoren bereits präoperativ zu entdecken und den überwiegend in der Niedrigrisikogruppe eingestuften Patientinnen den vollen Umfang der minimalinvasiven operativen Techniken mit hoher onkologischer Sicherheit anzubieten.

 

 

Ovarialkarzinom

Das Ovarialkarzinom wird häufig wegen des Fehlens früher Symptome erst spät diagnostiziert. Oft fällt eine Bauchumfangsvermehrung auf. Diese ist bedingt durch die Ausbreitung des Tumors im Bauchraum und der damit einhergehen- den Flüssigkeitsansammlung. In der Therapie hat daher die radikale operative Therapie einen sehr großen Stellenwert, weil damit eine Grundlage für eine erfolgreiche medikamentöse Therapie / Chemothjerapie gelegt wird.

Die Operation erfolgt immer per Bauchschnitt und wird in unserer Klinik regelhaft in einem interdisziplinären Team vom gynäkologischen Onkologen mit Chirurgen ggf. auch Urologen durchgeführt. Auch die Nachbetreuung am ersten Tag erfolgt interdisziplinär auf der Intensivstation. Mit zunehmender Mobilisierung und Rekonvaleszenz wechseln Sie auf die Station der Frauenklinik und in der Regel nach 7 - 10 Tagen nach Hause. Die anschließende Chemotherapie kann ambulant durchgeführt werden. Alle Patientinnen nach einer Krebstherapie habe Anspruch auf eine Anschlußheilbehandlung AHB. Bereits während des stationären Aufenthaltes Informieren wir Sie. Die Mitarbeiter unseres Sozialdienstes helfen Ihnen mit Beratung und ggf. bei der Antragstellung.

Allen Patientinnen stehen unsere Psychologinnen im Rahmen psychoonkologischer Beratung zu Verfügung.    

Zertifizierte Dysplasieeinheit

2019 wurde die Dysplasiesprechstunde des Mathilden Hospitals von OnkoZert als Dysplasieeinheit zertifiziert.

Als solche stellen wir aufgrund der Patientenzahl, des Behandlunsspektrums, der Therapiemöglichkeiten und der wissenschaftlichen Expertise eines der 34 Dysplasie Einheiten im deutschsprachigen Raum dar. Das Einzugsgebiet unserer Sprechstunde liegt exakt zwischen Münster und Hannover.

Dysplasie bezeichnet in der Frauenheilkunde die Fehlentwicklung von Zellen an der Oberfläche der Haut des weibl. Genitales bedingt durch die Infektion mit dem HPV-Virus. Die Dysplasie betrifft primär den Hals der Gebärmutter, an welchem eventuelle virusbedingte Veränderungen gefunden werden können. Durch deren Behandlung kann dem Gebärmutterhalskrebs noch vor seiner Entstehung vorgebeugt werden.

Analog beschäftigen wir uns mit den Veränderungen der gesamten Oberfläche des Genitales.  Also auch mit der Scheidenhaut, Haut der Vulva und des Anus. Sowohl Dysplasien als auch chronische Erkrankungen wie Condyloma acuminata, Lichen sclerosus, Lichen ruber und weitere Erkrankungen stehen im Mittelpunkt unserer Diagnostik und Therapie.  

Weitere Informationen zum Thema "Dysplasie" eralten Sie unter bei Zervita e.V. 

Publikation über gutartige Muskelknoten
Gutartige Muskelknoten (Myome) gehören zu den häufigsten und symptomträchtigsten Befunden in der Frauenheilkunde. Sie betreffen bis zu 80-90% aller Frauen, wovon ca. 30% zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr klinisch durch Symptome relevant werden. Wegen der geringen Inzidenz 0,2-0,7% von malignen Tumoren des uterinen Stützgewebes, der Befundvielfalt und fehlender sicherer diagnostischer Marker kann in der Regel erst nach Uterusoperationen die Diagnose gestellt werden. Daher kann auch das Ausmaß eines sog. Kollateralschadens durch unbeabsichtigte Ausbreitung von Zellen dieser z.T. sehr malignen mesenchymalen Uterustumore im Bauchraum zum Beispiel in Folge der unternommenen Morcellation innerhalb eines minimalinvasiven Eingriffs nur postoperativ beurteilt werden. Um eine präoperative Beurteilung von Uterustumoren vornehmen zu können, wurde am Mathilden Hospital Herford unter Leitung von Herrn Dr. med. Wojdat erstmalig ein Scoring-Verfahren zur Diagnostik von Uterustumoren zur Identifikation einer Hochrisikogruppe entwickelt und klinisch evaluiert. Die Ergebnisse lesen Sie hier: 
An evaluation of a Myomscore in the preoperative assessment of uterus myomatosus: a new diagnostic standard? The experience at the Mathilden Hospital in Herford, Germany